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Der Designer Werner Aisslinger
Werner Aisslinger, die Ikone der deutschen Designerzunft und Mitveranstalter des Berliner Designmais, hat etwas Neues kreiert. Etwas innovatives, zugleich nützliches, kurz: ein Möbelstück, mit dem er Profit machen und gleichzeitig ein Zeichen setzen will.
Der Berliner Designer, dessen Arbeiten sogar im Museum of Modern Art und dem Fonds National d’Art Contemporain ausgestellt und mit Begeisterung zur Kenntnis genommen wurden, hat nun ein Bücherregal entworfen, dessen Material das ist, was es beherbergt: Bücher.

Werner Aisslinger, Foto: ettlabenn_flickr
Was daran so verrückt und neu ist? Nun, im Grunde liefert Aisslinger gar nicht das komplette Regal, sondern nur Aluminiumkreuze, welche die Stütze darstellen. Den Rest soll sich der Käufer nach eigenem Ermessen herstellen: mittels ausrangierter Bücher, die er zwischen den Metallkreuzen einbaut. Der Grundgedanke: Bücher sind stabil, halten damit eine Menge aus und jeder hat ein paar alte Exemplare davon zuhause. Es soll also nicht nur schön aussehen, sondern ist auf die eine oder andere Art sogar Recycling. Bücher-Recycling eben.
Natürlich verwendet Aisslinger für seine Ausstellungs- und Musterstücke keine altem Schmöker mit zerfledderten Ecken. Nein, bei ihm werden Ausgaben benutzt, die optisch etwas hermachen, beispielsweise „Vampire, Rebellen und Revolutionäre“, auf dessen Cover Che Guevara thront.
Kritiker behaupten, Aisslinger habe die „Heiligkeit der Bücher“ beschmutzt, andere vergleichen dieses Möbel-Arrangement sogar mit der Bücherverbrennung. Der Designer kann darüber nur den Kopf schütteln: solange er die Bücher nicht zerstört, sei ihm nichts vorzuwerfen, sagt er. Darüber hinaus betont Aisslinger: „Man kann das Buch danach ja sogar noch lesen!“
Dem Hype, Designobjekte zu Kunstgegenständen zu erklären, steht Aisslinger im Übrigen eher kritisch gegenüber. Zwar lehnt er es nicht grundsätzlich ab, auch Unikate und Editionen herzustellen, aber er betont, dass es äußerst schwer ist, in dieser Richtung etwas so ausgefallen zu gestalten, dass es als Kunstobjekt gilt.




